Yoel Gamzou wird neuer Musikdirektor der Polnischen Nationaloper

Yoel Gamzou wird die Position des Musikdirektors des Teatr Wielki – Polnische Nationaloper ab der Spielzeit 2026/27 für ein vierjähriges Mandat übernehmen. Der junge Dirigent folgt auf Patrick Fournillier, der das Orchester seit der Spielzeit 2020/21 geleitet hat. In seiner Arbeit erweitert Yoel Gamzou die Grenzen der traditionellen Musikdarbietung mit leidenschaftlicher Intensität und einer einzigartigen künstlerischen Vision. Seine zutiefst persönlichen Interpretationen, sein unablässiges Interesse an neuer Musik und sein kompromissloses Engagement, mit neuen Publikumsschichten in Kontakt zu treten, machen ihn zu einem der bemerkenswertesten Vertreter einer neuen Dirigentengeneration.

Sein erstes Gastspiel am Teatr Wielki – Polnische Nationaloper hatte er im Januar 2026, als er ein Sinfoniekonzert mit Werken von Beethoven, Strauss und Prokofjew dirigierte. "Vielleicht ist das, was Warschau heute braucht: jemand Junges, Lebendiges, mit einer originellen musikalischen Vision, die er umzusetzen vermag", schrieb ein Kritiker der Gazeta Wyborcza nach dem begeistert aufgenommenen Konzert.

Gamzou hat sich auch in der Opernwelt etabliert. Von 2017 bis 2022 war er Generalmusikdirektor am Theater Bremen. Im Jahr 2022 dirigierte er eine Aufführung von Die tote Stadt an der Wiener Staatsoper. Dies führte zu regelmäßigen Auftritten in Wien sowie an einer Reihe anderer bedeutender europäischer Opernhäuser, wie der Hamburgischen Staatsoper und der Bayerischen Staatsoper, wo er regelmäßig als Gastdirigent tätig ist. Zu den Opernproduktionen der kommenden Spielzeit gehören Fidelio an der Bayerischen Staatsoper und beim Münchner Opernfestival, Der Freischütz an der Hamburgischen Staatsoper, dessen Premiere er in der letzten Spielzeit dirigierte, sowie sein Debüt an der Opéra National de Montpellier mit Cavalleria rusticana und Pagliacci.

"Oper macht einen zu einem besseren Sinfoniker. Man erlernt seine Technik in der Oper, wo das Orchester in jedem Moment flexibel und auf den Sänger abgestimmt sein muss. Für mich ist jede Melodie eine Stimme. Selbst in der Sinfonik ist alles, sei es das Cello oder die Violine, nur eine Nachahmung der menschlichen Stimme. Je mehr ich in der Oper arbeite, desto besser gelingt es mir, der Sinfonik Gestalt zu geben", sagte der Künstler in einem Interview für Orfeo. "Die Oper braucht neue Formen und den Mut zum Experiment. Keine Kunstform kann überleben, wenn sie nur die Vergangenheit wiederholt. Sie muss nicht im traditionellen Sinne 'gut' sein, sie muss neue Wege eröffnen", fügte er hinzu.

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