Der April steht für Simone Young ganz im Zeichen ihrer Amerika-Konzertreise

Sie beginnt mit drei Konzerten im Kennedy Center in Washington, wo sie das National Symphony Orchestra leitet und Werke von Wagner, Sibelius und Strauss auf die Bühne bringen wird. Strauss’ Tod und Verklärung zeichnet die letzten Momente eines Lebens nach: Erinnerungen tauchen auf, Kämpfe verblassen, und die Seele findet schließlich ihre Erlösung.

Sergey Khachatryan bringt leidenschaftliche Intensität in Sibelius’ Violinkonzert. Als Gewinner des renommierten Internationalen Jean-Sibelius-Violinwettbewerbs werden seine Sibelius-Interpretationen als „ein Wunder … mit poetisch feinem Spiel auf einer Grundlage innerer Stärke“ (The Washington Post) beschrieben.

Vorstellungen: 2., 3., 4. April 2026

Im Anschluss geht es für Simone Young weiter nach Los Angeles wo sie gemeinsam mit dem LA Phil die Turangalîla-Symphonie von Messiaen aufführen wird: 

Inspiriert von der tragischen Liebesgeschichte von Tristan und Isolde ist die Turangalîla-Symphonie ein orchestrales Meisterwerk, das mal sinnlich, mal mystisch wirkt. Messiaen, der Synästhesie zwischen Klang und Farbe erlebte, schrieb, dass Turangalîla „eine Liebe ist, die den Körper übersteigt, sogar die Grenzen des Geistes überwindet und kosmische Dimensionen annimmt“. Damit ist diese sinnliche Symphonie eine passende Ergänzung zum Festival Body and Sound des LA Phil.

Das Werk verbindet Vogelgesang, indische Talas und die wuchtige Präsenz präkolumbianischer mexikanischer Skulpturen, durchzogen von mächtigen Bläsern, Schlagwerk und dem unheimlichen elektronischen Klang der Ondes Martenot (einem retro anmutenden, thereminähnlichen Instrument aus den 1920er-Jahren). Die Los Angeles Times schreibt, dies verleihe Messiaens Liebesmusik „eine zähflüssige Sinnlichkeit“ und bringe sie „so nah an klangliche Pornografie heran, wie es der Komponist offenbar beabsichtigte“.

Den anspruchsvollen Klavierpart übernimmt Jean-Yves Thibaudet, der „das Äquivalent von etwa drei Konzerten bewältigt, größtenteils in atemberaubendem Tempo … [mit bemerkenswerter] Ausdauer und exquisiter Ausdruckskraft“ (San Francisco Classical Voice).

Vorstellungen: 10., 11., 12. April 2026

Die dritte Station ihrer Reise ist das San Francisco Symphony wo sie gemeinsam mit Gautier Capucon Werke von Ella Macens, Camille Saint-Saens und Richard Wagner aufführen wird.

Sie kehrt zu dem Orchester zurück, um eine symphonische Zusammenfassung von Wagners gewaltigem Ring-Zyklus zu dirigieren – mit einer von ihr selbst zusammengestellten Auswahl orchestraler Ausschnitte.

In ihrem ruhig belebenden Orchesterwerk The Space Between Stars wollte die in Sydney ansässige Komponistin Ella Macens „die Energie und Magie unseres Nachthimmels vermitteln“.

Saint-Saëns’ Cellokonzert Nr. 1, in einem einzigen, glühenden Satz komponiert, ist voller klanglicher Überraschungen – hier ein Spieluhr-Menuett, dort ein plötzliches Innehalten – sowie der geforderten solistischen Virtuosität, die hier vom gefeierten französischen Cellisten Gautier Capuçon übernommen wird. 

Vorstellungen: 17., 18., 19. April 2026

Den Abschluss ihrer Konzertreise wird sie mit dem Orchestre symphonique de Montréal verbringen und neben Chopin auch Brahms dirigieren.

Die Pianistin Yulianna Avdeeva, Gewinnerin des renommierten Chopin-Wettbewerbs 2010, die mit meisterhafter Technik und poetischer Sensibilität Chopins Klavierkonzert Nr. 1 interpretier und mit ihrer Ausdruckstiefe und Feinheit versprechen, jede Note zum Leuchten bringt.

Gleichzeitig erweitert Schönbergs Orchestrierung von Brahms’ Quartett op. 25 dessen klangliche Fülle, ohne den ursprünglichen Geist zu verlieren – eine Transformation, die Brahms selbst sicherlich geschätzt hätte!

Vorstellungen: 30. April und 2. Mai 2026

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