Konzerte mit Maria Bengtsson und Bertrand de Billy in Turin und Lyon
Eine herbstliche Atmosphäre, erfüllt von einem Gefühl des Abschieds und der Transzendenz, durchzieht die Vier letzten Lieder von Strauss und die 4. Symphonie von Brahms – die beiden Werke, die in der ersten Zusammenarbeit mit dem TRT Philharmonic der feinfühligen Leitung von Bertrand de Billy anvertraut sind. In den Liedern, seiner letzten großen Schöpfung, umhüllte Strauss die von ihm so geliebte Sopranstimme mit einem üppigen Orchesterklang: Maria Bengtsson vermittelt den dämmernden Glanz dieser Werke. Die 4. Symphonie ist ein Werk von großem, schicksalhaftem Ton – mit ihr nahm Brahms endgültig Abschied von dieser Gattung.
Turin: 23. März 2026
Der weltweit gefeierte franco-schweizerische Dirigent Bertrand de Billy hat seinen festen Platz an der Wiener Staatsoper, war jedoch seit der Spielzeit 2005/2006 nicht mehr im Auditorium de Lyon zu Gast. Dieses Wiedersehen wird glanzvoll mit Bruckners 4. Symphonie begangen, die aus einem Flüstern entsteht und zu einem Finale mit glühenden Blechbläsern anwächst. Bertrand de Billy hat sich für die revidierte Fassung von 1878–1880 entschieden, mit einem unglaublichen Scherzo, das eine Jagdszene schildert. In den Vier letzten Liedern umhüllt, trägt und liebkost das Orchester die Stimme – in diesem Fall jene von Maria Bengtsson, die, wie alle großen Interpretinnen dieser Musik, eine herausragende Mozart-Sängerin ist. Kaum eine Partitur hat das Aufglühen des Frühlings, das letzte Erzittern der Natur in der Dämmerung und die versöhnte Einsamkeit des Greises vor der Nacht eindringlicher gemalt.
Lyon: 3., 4. April 2026